fbpx
Lesezeit: 4 Minuten
5 1 Bewertung
Artikelbewertung

Podcast zum Thema ETF-Blase auf Apple PodcastSpotify oder Google Podcast

ETF-Blase: Kritik von der falschen Seite

ETFs werden oftmals als Wunderwaffe zur Schließung der Rentenlücke angepriesen. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Dahinter steckt noch deutlich mehr im Detail und nicht jeder ETF ist dazu geeignet. Zudem gibt es oftmals auch recht harte Kritik zu dieser Art Geldanlage. Auch von einer sogenannten ETF-Blase ist die Rede. Aus diesem Grund sprechen wir heute über die häufigsten ETF-Kritikpunkte und ordnen sie entsprechend ein.

1. Kritikpunkt

Der Marktanteil von ETFs ist extrem hoch und der Markt reagiert dadurch immer gleich

Die Kritik zielt darauf ab, dass der Aktienmarkt zu großen Anteill aus ETFs besteht. Dabei verstehe ich nicht exakt was genau daran ein Problem sein soll. Klar, wenn jeder Mensch auf dieser Erde einfach stumpf in den gleichen ETF investiert und Buy-And-Hold betreibt, verhält sich der Markt immer gleich und die Nachfrage steigt enorm an. Aber das gilt für jede andere Anlageklasse auch.

Um das Ganze auch mal mit Zahlen zu belegen habe ich etwas recherchiert. Die Zahlen sind zwar schon 4 Jahre alt, aber ETFs gibt es ja bereits seit den 90ern, auch wenn der Boom erst in den letzten Jahren begonnen hat. Trotzdem sind es belastbare Zahlen von der Deutschen Bundesbank. Und die Zahlen zeigen, das ETFs im ersten Halbjahr 2018 circa 13,7% des weltweiten Gesamtvermögens aller Investmentfonds ausmachen. Klassische offene Investmentfonds machen mit gut 79% einen viel größeren Anteil aus. Der Rest entfällt auf sonstige Gattungen von Investmentfonds. Aus meiner Sicht ist also weder der Marktanteil extrem hoch, noch besteht die Gefahr einer immer gleichen Reaktion am Markt explizit für ETFs.

2. Kritikpunkt

Irgendwann platzt die ETF-Blase

Diese Behauptung macht für mich keinen Sinn. Wie soll bei einem ETF, der eine reine Hülle beziehungsweise ein Vehikel ist, eine Blase entstehen. In einem ETF werden Aktien als Werte abgelegt und entsprechend passiv verwaltet. Hier kann es keine Überbewertung eines ETFs geben. Wenn dann sprechen wir hier von einer Blase bei Aktien selbst. Das betrifft dann aber nicht den ETF als Hülle dieser Werte, sondern die Werte selbst. Aus meiner Sicht also ein völlig falscher Kritikpunkt und logisch nicht nachvollziehbar.

3. Kritikpunkt

Passives Investieren funktioniert nur, wenn nicht alle passiv investieren 

Die Kritik ähnelt ein bisschen dem ersten Kritikpunkt. Trotzdem habe ich ihn schon öfter im Internet gelesen. Aber auch hier gilt diese Kritik für alle Investments auf der Welt. Und ich bezweifle das jeder Mensch irgendwann sein Geld gleich anlegen wird. Zumal wir eben gehört haben, dass der Anteil von ETFs im gesamten Investmentfondsmarkt immer noch geringer ist, als der von klassisch aktiven Fonds. Also auch hier wieder ein nicht berechtigter Kritikpunkt, der wenn überhaupt nicht nur für ETFs gilt.

4. Kritikpunkt

Eine Insolvenz der großen Fondsgesellschaften löst einen Zusammenbruch der Finanzarchitektur aus

Die Rede ist hier von Blackrock, Vanguard und State Street. Hier muss man ganz klar zwischen Banken und Fondsgesellschaften unterscheiden. Denn im Unterschied zum Geld bei Banken, sind ETFs als Sondervermögen der Fondsgesellschaften ausgewiesen. Damit betrifft die Insolvenz der Fondsgesellschaften nicht die ETFs selbst, da sie selbstständige Einheiten sind und nicht pleite gehen können. Bei Großbanken und Geld ist das natürlich anders, weil hier tatsächlich die Kunden als Gläubiger hinter dem Geld stehen und es damit die Besitzer des Geldes direkt trifft. Denn die Bank handelt mit dem Geld der Kunden und verleiht es.

Es ist also wieder ein fachlich falsches Argument, dass heir angeführt wird. Zudem es einfach kein Anzeichen gibt, das die Fondsgesellschaften insolvent gehen sollten. Dafür spricht ja allein der Wachstum der ETFs und wenn das Argument fachlich korrekt wäre, würde es auch gleichermaßen für alle anderen Fondsarten gelten, die den größeren Anteil ausmachen.

5. Kritikpunkt

Die Struktur mancher ETFs ist risikoreich

Damit will man auf die synthetischen, gehebelten und inversen ETFs hinweisen. Und ja, hier besteht ein gewisses Risiko, das aber allen bewusst sein sollte. Wer sein Investment kennt, weiß auch um das inhärente Risiko. Dabei wären diese 3 Typen von ETFs ohnehin keine Empfehlung von meiner Seite. Solche ETFs legt man sich einfach nicht ins Depot und schon ist das Risiko eliminiert. Damit wurde der Kritikpunkt aus meiner Sicht schon entkräftet.

Quelle der Kritik zur ETF-Blase

Zum Schluss noch der Hinweis, dass die genannte Kritik häufig von Personen kommt die ein Interesse daran haben, den aktiven Markt zu beleben. Einfach weil sie selbst aktiv gemanagte Fonds verkaufen beziehungsweise verwalten. ETFs sind dann natürlich ein Konkurrenzprodukt und nimmt ihnen aktiv Marktanteile ab. Und selbst wenn sich die Situation in Zukunft fatal verändern sollte, ist man mit seinem ETF-Portfolio genau so flexibel wie mit aktiven Fonds und Aktien. Ein Wechsel ist also jederzeit möglich, auch wenn es vielleicht nicht nötig sein wird. Lass dich also nicht von den oben genannten Kritikpunkten zur ETF-Blase verunsichern und wisse immer was du kaufst und was dahinter steckt.

Erwähnte Links zum Thema ETF-Blase

Kontakt zu Kapitalbildung

Starte noch heute mit deiner Kapitalbildung und schau dir meine Empfehlungen an. Darin findest du interessante Bücher, mein Girokonto, Tagesgeldkonto und Depot und hilfreiche Links für deine Finanzen. Bei Fragen, Anmerkungen oder weiterem Interesse kannst du mich außerdem über folgende Kanäle erreichen: